Header
Header
bubble

Curveman: Wenn ich für einen Tag eine Frau wäre…

Schleife
by SugarShape

Ich bin gerne ein Mann, sehr gerne sogar, aber als Gedankenexperiment finde ich es durchaus interessant, mal einen Tag mit Rock, langen Haaren und natürlich mit Brüsten rumzulaufen.

(Eine Sache vorweg: Es geht hier nicht um ernsthafte Dinge wie Transgender oder Crossdressing, sondern einfach nur um die (ziemlich infantilen) Fantasien eines Bloggers.)

Ich wache eines Morgens auf und es durchzucken mich tausend abgefahrene Gedanken gleichzeitig. Dinge, über die ich eigentlich noch nie so richtig nachgedacht habe. Irgendwie beängstigend und doch irgendwie geil. In meinem Kopf leuchtet es so hell und strahlend wie der Christbaumschmuck auf der Hamburger Alster. Ich springe aus meinem Bett, mach meine Musikanlage an, putze mir Zähne und checke schon mal meine Mails. Moment mal, warum klappt das auf einmal alles gleichzeitig? Ohne Zahnpastaschaum auf der Tastatur oder (was viel schlimmer ist) einer CD in meinem Mund? Ich sehe langsam an mir herunter und bemerke, dass ich eine Frau geworden bin! Ich studiere begeistert meine körperlichen Veränderungen, vor allem meine Brüste. Ich finde sie wunderschön.

Ich entschließe mich daher erst mal stundenlang zu duschen und alles (alles!) zu erforschen. Herrlich! Ich sage alle Termine ab und verbringe die nächsten Stunden in meinem Bad. Der Spiegel ist schon längst beschlagen vom dicken Wasserdampf der Dusche, ich mache mir mit dem Handtuch ein kleines Sichtfenster und fange an, mich zu schminken.

Ich wähle das große, das ganz große Programm. Diese ganzen abgefahrenen Sachen, die ich immer bei meiner Liebsten sehe. All diese kleinen Fläschchen und Döschen und Tübchen und Tiegelchen wollen ausprobiert werden. Ich will auf jeden Fall Fake Lashes auftragen, Extensions reinmachen und aufgeklebte Fingernägel benutzen. In rot natürlich, oder gibt es die etwa nur farblos und muss man die dann noch lackieren?  Keine Ahnung.  Dann noch Lipgloss, ganz dick, Rouge mit der ganzen Hand auftragen und zwei ganze Kajalstifte um die Auge verteilen. Cool, ich sehe aus wie eine richtig krasse Drag Queen (kein Wunder eigentlich), aber ich bin ja echt, richtig echt!

Nach 3,5 Stunden bin ich dann grad so fertig.

Hey, das ist völlig OK, weil ich n Mädchen bin, weil ich n Määäääädchen bin.

Was kommt dann? Klar SHOOOOPPPPING!

Ich gehe durch die Fußgängerzone und bleibe bei jedem halbwegs interessanten Schaufenster stehen (auch bei so oberkomischen Läden wie Pimkie, oder wie heißt das noch?).  Ich probiere 4 Millionen Kleidchen, Blusen, Tops und natürlich BHs an. Endlich keine graue Theorie mehr, sondern die ganzen verschiedenen Formen und Funktionen am eigenen Leib ausprobieren. Mit Bügel, und mit ohne, wattiert, Push Up, Balconette, das ganze Sortiment. Ich verbringe Stunden in einem einzigen Laden und es ist das Normalste der Welt, dass ich noch nicht mal komisch angesehen werde, wenn ich außer einem roten Haarreifen Nichts kaufe.

Als ich lächelnd aus dem Laden gehe, sehe ich ein paar andere Frauen, die zu tuscheln anfangen als sie mich sehen. Nicht so nett. Egal. Ich will noch unbedingt zum Friseur. Hab mir zwar heute Morgen erst so lockige Extensions reingeklebt aber irgendwie hängen die komisch schräg. Beim Friseur angekommen, entschließe ich mich dazu, die Extension rauszunehmen und meine Haare pink zu färben. Kein Problem für die nette Friseurin aus Thüringen. Ich lese dabei Gala, Cover, InStyle und noch ganz viele andere Magazine und auf einmal verstehe ich, warum das Frauen so toll finden.

Nach zwei Stunden sehen meine Haare total super aus. Das Pink ist schrill und zum Glück habe ich so viel Farbe im Gesicht, dass meine neuen Haare mich nicht blass machen. Geht ja gar nicht bei so viel Make Up.

Huch, es ist ja mittlerweile schon halb acht. Der Tag ist fast rum. Ich fahre schnell nach Haus, setze mich aufs Sofa, schau mir einen Film mit Robert Pattinson an (nicht Twilight, so weit geht es dann doch nicht), mach den Ton aus, mach mir die Nägel neu, esse Yoghurette dabei,  rufe meine beste Freundin an, erzähle von meinem schönen Tag, lästere wild über Kristen Stewart, schicke ihr ein Küsschen durch die Leitung und lege auf.

Ich schnappe mir meinen Laptop und surfe, wie ich noch nie durch das Netz gesurft bin. Es ist schon verrückt, wie gut mein Browser ist und wie viele Seiten man gleichzeitig aufhaben kann. Modeblogs, Onlineshops, FB, Twitter, es mögen wohl Tausende sein…

Dann werde ich ein bisschen müde, mach aber nur die gröbste Farbe von meinem Gesicht ab und lege mich mit Wollstrümpfen und Jogginghose ins Bett, lese „50 Shades of Grey“ und schlafe zufrieden ein.

Gute Nacht!

– Der Curveman

 
commentscomments fb twitter
 

1 Comment

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


 

Copyright © Sugarshape GmbH
© The Curvy Blog All rights reserved. Sharing of information from this site is acceptable for non-commercial purposes provided that proper crediting links are
included. No PDF downloads or full tutorial content may be distributed without written permission.