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Curveman: Nichts ist so tief wie die Oberfläche.

Schleife
by SugarShape

Quelle: welt.de

Andy Warhol hat den Satz geprägt: „Nichts ist so tief wie die Oberfläche.“ Ich mochte dieses Statement immer sehr gerne, auch wenn ich nie genau wusste, auf was sich Andys Einschätzung eigentlich genau bezieht.

Als Jugendlicher wurde ich in einer Clique groß, wo Äußerlichkeiten unwichtig waren oder auf jeden Fall sein sollten. Frauen trugen selbstverständlich überhaupt kein MakeUp, nicht einmal Eyeliner und (ganz wichtig) jede Art von Rasur war für Frauen absolut tabu. Kleidung war zweitrangig und sollte vor allem praktisch sein. Die Gründe dafür waren immer die gleichen. Ob nun weibliche Nacktheit in der Werbung, Sexszenen in Filmen oder eben auch weibliche Rasur, all dies waren Auswüchse einer frauenfeindlichen und sexistischen Kultur.

Ich habe das nie verstanden, weil ich auch damals schon Frauen liebte und überaus schätzte. Ich bin froh, dass ich jetzt unbeschwert über die Eleganz und Sinnlichkeit von Frauen berichten und schwärmen (und sogar schreiben) darf ohne gleich ein „oberflächliches Chauvi-Arschloch“ zu sein. So wurde ich übrigens früher oft bezeichnet.

Dieser Satz von Andy hat daher eine besondere Bedeutung für mich. Er holte mich damals aus dieser erdrückend unsinnlichen Zeit heraus.

Ich hatte dann einen neuen Schulfreund, ein bißchen älter als ich und eine perfekte Personifizierung der hedonistischen 80er.  Dieser junge Mann zeigte mir eines Abends eine VHS Cassette mit einer Dessous-Show aus Paris. Er sagte damals zu mir: „Das ist der Oberhammer! Mehr Sex geht nicht.“ Mein Kumpel hatte recht, es war der Oberhammer!

Und das Schönste an dieser Show war, dass ich begann mich endlich gut dabei zu fühlen hübsche Frauen, tolle BHs, Höschen und Lingerie anzuschauen. Es war eine süße, sinnliche Orgie, eine Offenbarung und ein Augenöffner. Alles konserviert in das billige Plastik einer VHS Cassette.

Ob ein betont schlampiger Look, der Seitenscheitel bei einem Mann im Verbund mit einem korrekt gestuzten Oberlippenbart, das Ed Hardy T-Shirt, oder eben auch ein sexy Hammer-BH, alles hat eine Oberfläche, auch wenn wir es gar nicht wollen.

Eine schöne Oberfläche hat eben nichts mit Oberflächlichkeit zu tun und eine aufreitzende Hülle bedeutet nicht, dass nicht auch der Inhalt wertvoll sein kann.  So sehr man sich auch anstrengen mag den Blick nach innen zu lenken, bleibt das Auge auch auf der äußeren Erscheinung gefesselt. Jede auch absichtliche Nachlässigkeit lässt einen tiefen Blick nach innen zu.  Wenn Mr Warhol es so gemeint hat, geben ich ihm völlig Recht. Es ist ein bisschen so wie die uralte Kommunikationsgrundregel: „Man kann nicht nicht kommunizieren“.

Deshalb finde ich es cooler, gleich nett und symphatisch zu kommunizieren und auch gleich geile Klamotten und schöne Lingerie zu tragen, oder?

 
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